Bouncy Castle for Java: Fehlende Cross-Certification-Prüfung für OpenPGP-Subkeys
Zusammenfassung
Die High-Level-OpenPGP-API von Bouncy Castle for Java akzeptiert Datensignaturen von einem Signing-Subkey, dessen Binding-Signatur weder eine eingebettete Primary Key Binding (Cross-Certification)-Signatur noch Key Flags enthält. Ein solcher Subkey erbt die Signierfähigkeit des Primärschlüssels, sodass eine echte Signatur des Opfer-Subkeys dem Zertifikat eines Angreifers und einer vom Angreifer gewählten Identität zugeordnet werden kann. Der Angreifer benötigt nur den öffentlichen Signing-Subkey des Opfers und eine verifizierende Gegenstelle, die eine signierte Nachricht des Opfers gegen das Zertifikat des Angreifers prüft. Die Low-Level-API PGPSignature und PGPPublicKeyRing ist nicht betroffen.
Betroffen
- Bouncy Castle for Java 1.81 bis vor 1.86, High-Level-OpenPGP-API (org.bouncycastle.openpgp.api)
- Anwendungen, die die Low-Level-API PGPSignature / PGPPublicKeyRing verwenden, sind nicht betroffen
- Distributionspakete: Die genauen betroffenen Versionen sind dem Advisory des Herstellers oder der Distribution zu entnehmen
Behoben in
- Bouncy Castle for Java 1.86 (veröffentlicht am 15. September 2026)
- SUSE: bouncycastle 1.86-150200.3.41.1 für SLES 15.4 bis 15.7 (gemäss der CVE-Seite von SUSE)
- Debian: Fixversion nicht bestätigt, Debian Security Tracker prüfen
Umgehung
- Dem Hersteller ist keine Workaround-Massnahme bekannt.
- Bis zur Aktualisierung darf eine Signatur nicht allein deshalb einer Identität zugeordnet werden, weil der Signing-Subkey verifiziert. Den Fingerprint des Primärschlüssels des Signierenden verlangen und Zertifikate nur aus vertrauenswürdigen Quellen akzeptieren.
Ausnutzung
- Kein öffentlicher Exploit und keine Hinweise auf eine Ausnutzung bekannt. Kein Eintrag im CISA-KEV-Katalog.
- CISA-SSVC-Bewertung: Exploitation none, Automatable no, Technical Impact partial.
- VulDB meldet bekannte technische Details, aber keinen verfügbaren Exploit.
Unsere Empfehlung
- Alle Java-Anwendungen und SBOMs auf Bouncy Castle prüfen, einschliesslich transitiver Maven- oder Gradle-Abhängigkeiten.
- Bouncy Castle auf 1.86 oder einen vom Hersteller gepatchten Distributionsstand aktualisieren.
- Anwendungen priorisieren, die OpenPGP-Signaturen auf nicht vertrauenswürdigen Eingaben prüfen, etwa Dokument-, Update- oder Rechnungsprüfung sowie die Verarbeitung eingehender Dateien und E-Mails. Dabei prüfen, ob die Signierenden-Identität an den Fingerprint des Primärschlüssels gebunden ist.
- Advisories von Hersteller und Distributionen auf Updates überwachen.
Öffentliche Exploits
In PoC-in-GitHub, Metasploit und Exploit-DB ist für diese CVE nichts verzeichnet.
Quellen der Recherche
- CVE-2026-71887 bc-java wiki github.com
- Fix commit b51452fa48 github.com
- Bouncy Castle Java 1.86 release announcement www.bouncycastle.org
- bc-java discussion 2449 github.com
- OSV record CVE-2026-71887 osv.dev
- SUSE CVE record via Vulners vulners.com
- VulDB entry 413335 vuldb.com
Recherchiert und auf Deutsch und Englisch aufbereitet von einer KI (Claude von Anthropic) auf Basis von NVD, CISA, EPSS und den genannten Quellen. Massgebend sind die Angaben des Herstellers. Recherche vom 01.11.2026 17:05.
Quellen
Der Tracker verbindet offizielle, frei nutzbare Datenquellen – laufend aktualisiert:
- NVD (NIST) – CVE, Bewertung (CVSS), betroffene Produkte
- CISA KEV – von der CISA bestätigt aktiv ausgenutzte Lücken
- CISA Vulnrichment – Einschätzung der CISA (SSVC) im offiziellen CVE-Eintrag
- FIRST EPSS – Wahrscheinlichkeit einer Ausnutzung
- Microsoft MSRC – Patch Tuesday: Lücken, Schweregrad, Updates
- PoC-in-GitHub – öffentliche Proof-of-Concept-Repositories
- Metasploit (Rapid7) – Module des Metasploit Framework
- Exploit-DB (OffSec) – Archiv öffentlicher Exploits (nur Verweise)
- Patch-Tage: offizielle Seiten der Hersteller (je Hersteller verlinkt) (Patch-Tage der Hersteller)
Dieses Angebot nutzt Daten der NVD-API, ist aber von der NVD weder unterstützt noch zertifiziert. EPSS-Daten © FIRST.org.
Betroffen? Wir helfen.
Wir prüfen, ob Ihre Systeme betroffen sind, spielen Updates ein und schliessen die Lücke – auf Wunsch auch laufend mit dem System Health Checker.
