Siemens SIMATIC S7-1500: Cross-Site-Scripting beim Import von Trace-Dateien
Zusammenfassung
Mehrere Siemens-SIMATIC-S7-1500-, ET-200SP- und Drive-Controller-CPUs enthalten im Webserver eine Schwachstelle: Kommentarfelder in importierten Trace-Dateien werden vor der Anzeige auf der Trace-Seite nicht ausreichend bereinigt. Ein Angreifer, der einen berechtigten Benutzer mit dem Recht "Read diagnostics" dazu bringt, eine präparierte Trace-Datei zu importieren, kann JavaScript in der Browser-Sitzung dieses Benutzers ausführen und SPS-Operationen im Rahmen von dessen Berechtigungen durchführen. Der Angriff erfordert eine Benutzerinteraktion, aber kein vorgängiges Konto.
Betroffen
- SIMATIC Drive Controller CPU 1504D TF und 1507D TF
- SIMATIC ET 200SP CPUs 1510SP, 1512SP, 1514SP und 1514SPT (F- und Nicht-F-Varianten)
- SIMATIC ET 200SP Open Controller CPU 1515SP PC (inkl. SIPLUS-Varianten)
- Siemens listet alle Versionen als betroffen; CISA nennt die breitere S7-1500-CPU-Familie
- CVSS-4.0-Basiswert: 9.4 (kritisch)
Behoben in
Unbekannt. Siemens bereitet Korrekturen vor; zum Zeitpunkt der letzten Informationen waren keine korrigierten Versionen verfügbar.
Umgehung
- Den Webserver auf CPUs deaktivieren, auf denen er nicht benötigt wird.
- Den Netzwerkzugriff auf die Geräte mit geeigneten Mechanismen einschränken und die Geräte vom Internet fernhalten.
- Den Zugriff auf die Ports 80 und 443 auf Engineering-Workstations beschränken, wo der Webserver benötigt wird.
- Trace-Dateien aus nicht vertrauenswürdigen Quellen nicht importieren.
- In den Projekten prüfen, ob der Webserver aktiviert wurde; im Auslieferungszustand ist er deaktiviert.
Ausnutzung
- Es wurden keine Hinweise auf eine Ausnutzung in freier Wildbahn gemeldet.
- Es wurde kein öffentlicher Proof-of-Concept-Exploit gefunden.
- CISA SSVC: Ausnutzung keine, automatisierbar nein, technische Auswirkung total.
- Der EPSS-Wert war im zuletzt eingesehenen Snapshot niedrig (0.00413).
Unsere Empfehlung
- Alle S7-1500-, ET-200SP- und Drive-Controller-CPUs erfassen und prüfen, ob deren Webserver aktiviert ist.
- Den Webserver dort deaktivieren, wo er nicht benötigt wird, und die übrigen Geräte vom Internet und nicht vertrauenswürdigen Netzen isolieren.
- Festlegen, wer Trace-Dateien importieren darf, und Benutzer schulen, unerwartete Dateien abzulehnen.
- Siemens-Korrekturen sobald verfügbar einspielen und das Advisory SSA-591731 auf Aktualisierungen prüfen.
Öffentliche Exploits
In PoC-in-GitHub, Metasploit und Exploit-DB ist für diese CVE nichts verzeichnet.
Quellen der Recherche
- Siemens advisory SSA-591731 cert-portal.siemens.com
- CISA ICSA-26-295-14 www.cisa.gov
- Siemens S7-1500 web server function manual cache.industry.siemens.com
- Rapid7 record via Vulners vulners.com
- Secondary coverage (Beyond Machines) beyondmachines.net
Recherchiert und auf Deutsch und Englisch aufbereitet von einer KI (Claude von Anthropic) auf Basis von NVD, CISA, EPSS und den genannten Quellen. Massgebend sind die Angaben des Herstellers. Recherche vom 31.10.2026 00:05.
Referenzen der NVD (1)
Quellen
Der Tracker verbindet offizielle, frei nutzbare Datenquellen – laufend aktualisiert:
- NVD (NIST) – CVE, Bewertung (CVSS), betroffene Produkte
- CISA KEV – von der CISA bestätigt aktiv ausgenutzte Lücken
- CISA Vulnrichment – Einschätzung der CISA (SSVC) im offiziellen CVE-Eintrag
- FIRST EPSS – Wahrscheinlichkeit einer Ausnutzung
- Microsoft MSRC – Patch Tuesday: Lücken, Schweregrad, Updates
- PoC-in-GitHub – öffentliche Proof-of-Concept-Repositories
- Metasploit (Rapid7) – Module des Metasploit Framework
- Exploit-DB (OffSec) – Archiv öffentlicher Exploits (nur Verweise)
- Patch-Tage: offizielle Seiten der Hersteller (je Hersteller verlinkt) (Patch-Tage der Hersteller)
Dieses Angebot nutzt Daten der NVD-API, ist aber von der NVD weder unterstützt noch zertifiziert. EPSS-Daten © FIRST.org.
Betroffen? Wir helfen.
Wir prüfen, ob Ihre Systeme betroffen sind, spielen Updates ein und schliessen die Lücke – auf Wunsch auch laufend mit dem System Health Checker.
